Mensch, Maschine!

Zukunft der Arbeit (9/12) — Fake Work statt 15-Stunden Woche

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1930 versprach John Maynard Keynes die 15-Stunden-Woche für seine Enkelkinder. Heute, 100 Jahre später, hat die Gesamtarbeitszeit pro Bürger*in kaum abgenommen und stagniert inzwischen — trotz stetiger Effizenzgewinne durch Robotik und Algorithmen. Aber was machen wir mit der ganzen Zeit, die moderne Maschinen uns verschaffen? Cyril Nothcote Parkinson und Niklas Luhmann haben eine Erklärung. Sie haben erforscht womit Organisationen sich beschäftigen, wenn Kapazitäten frei werden: mit sich selbst.

Links und Literatur

Eigentlich sollten wir inzwischen längst kaum noch arbeiten müssen, meinte John Maynard Keynes. John Maynard Keynes (1930): "Economic Possibilities for Our Grandchildren," in John Maynard Keynes, Essays in Persuasion. W.W.Norton & Co., New York 1963, S. 358–373.

Die Parkinsonschen Gesetze versuchen zu erklären, warum Bürokratien stetig wachsen, auch ganz ohne neue Aufgaben. C. Northcote Parkinson (1957): Parkinson’s law, and other studies in administration.

Huch, hier habe ich mich vertan: Die Wochenarbeitszeit liegt inzwischen in Deutschland bei durchschnittlich 34,8 Stunden. 1930 lag sie bei 44,2 Stunden.

Derzeit sind in Deutschland 45,4 Mio Menschen beschäftigt. Bei einer Gesamtbevölkerung von 83,24 Mio ist das eine Quote von 54,54%. 1930 lag sie mit 30,48 Mio von 66,17 Mio bei etwa 46%. Die Gesamtarbeitszeit pro Bürger*in ist damit kaum gesunken.

Luhmann spricht bei der Verselbstständigung sozialer Systeme von „operativer Schließung“. Luhmannianer mögen mir die „unterkomplexe” Darstellung des Prinzips verzeihen.

Wie nennt man Arbeit, die nichts bringt? Fake Work. Und sie ist gar nicht selten. Brent D. Peterson, Gaylan W. Nielson (2009): Fake Work: Why People Are Working Harder than Ever but Accomplishing Less, and How to Fix the Problem, Gallery Books.

Credits

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Vielen herzlichen Dank an Johann Niegl für die Titelmusik und Hans-Jakob Gohr für die Covergestaltung. <3


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